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Gute Arbeit und fairen Lohn verbinden

12. Mai 2015

Gute Arbeit und fairen Lohn verbinden

Arbeitszeit verkürzen. Arbeit schaffen. Unbezahlte Arbeit sichtbar machen.

 

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und eine faire Aufteilung der Betreuungs- und Haushaltspflichten – das sollte im Berufsleben und im Alltag eigentlich selbstverständlich sein“, so Landeshauptmann-Stv. Reinhold Entholzer. „Besonders der nach wie vor enorm große Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen zeigt aus meiner Sicht einen eindeutigen politischen Handlungsauftrag auf“, sagt Entholzer.

 

Wenn Oberösterreich nach Vorarlberg jenes Bundesland ist, in dem der Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern mit 27 % sogar nach der Bereinigung der Statistik um die höhere Teilzeit-Quote von Frauen am zweithöchsten ist, dann spielt Oberösterreich in diesem Zusammenhang nicht in der Champions League mit. „Die Politik hat entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, die diese ungerechte Situation schrittweise verbessern. Dazu gehört der flächendeckende Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, Horten und ganztägigen Schulformen mit ordentlichen Öffnungszeiten auch in den Sommermonaten ebenso, wie die Einführung eines bezahlten Papamonats, der vom Bundesgesetzgeber sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Dienst zu verankern ist,“ fordert Entholzer. „Auch für junge Väter ist es von immer größerer Bedeutung, Zeit mit der Familie und den Kindern verbringen zu können. Es ist für mich jedoch nachvollziehbar, wenn bei ohnehin knappen Haushaltsbudgets jener Partner zu Hause bleibt, der weniger verdient – und das sind leider meist die Frauen“, ergänzt Entholzer, der sich in diesem Hinblick die Initiative des Frauen- und Sozialministeriums unterstützt, Unternehmen ab 25 Mitarbeiter/innen dazu zu verpflichten, betriebsintern Gehaltslisten in anonymisierter Form zu veröffentlichen, um die notwendige Transparenz dafür zu schaffen, dass Frauen tatsächlich zu ihrem Recht kommen.

 

„Im Bereich meines Verkehrs-Ressorts denke ich intensiv über Lösungen nach, einen vergünstigten ÖV-Tarif speziell für Teilzeitkräfte einzuführen. Nachdem der Trend ohnehin in Richtung Online-Ticketing geht, ist es mein Vorschlag, ein Bestpreisticket für Teilzeitkräfte einzuführen, wobei mein Ressort gerade mit der Ausarbeitung der Details eines solchen Ticketsystems befasst ist“, ergänzt Entholzer.

 

Ein Hamsterrad ist keine Karriereleiter

 Auch in der historischen Frauenbewegung wird immer wieder gerne das Märchen erzählt „Ihr Frauen müsst euch nur anstrengen, ihr müsst nur wollen, dann schafft ihr das schon. Lernt, hängt euch rein – es liegt an euch, das Beste aus eurem Leben zu machen. Aber viele Frauen – vor allem junge – wollen oft gar nicht mehr alles schaffen. Sie sind längst draufgekommen, dass ein Hamsterrad keine Karriereleiter ist und der tägliche Spagat zwischen Job und Familie sie auslaugt und beruflich häufig in eine Sackgasse führt“, zeigt SP-Landesfrauenvorsitzende LAbg. Sabine Promberger auf und sieht in der von der Gewerkschaft neu belebten Diskussion zur Arbeitsverkürzung einen interessanten Ansatz.

 

„Es reicht nicht, politische Ziele ins Schaufenster zu stellen. Frauen und Männer in der Sozialdemokratie treten für die Gleichstellung der Geschlechter ein, und dazu gehört auch eine offene, vorurteilsfreie Diskussion über Vor- und Nachteile einer Arbeitszeitverkürzung. Eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden könnte das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern ändern. Wenn die normale Arbeitszeit nur mehr 30 Stunden beträgt, würde es Frauen eher gelingen, der Teilzeitfalle zu entkommen und einen Vollzeitjob anzunehmen. Umgekehrt hätten Männer mehr Zeit, um ihren Teil zu Haushalt und Kinderbetreuung beizutragen“, möchte Sabine Promberger eine vorurteilsfreie Diskussion darüber. Wenn eine Umsetzung möglich ist, dann sowieso nur schrittweise. Dennoch sollten 30 Stunden genug sein – vor allem für Eltern, denn junge Frauen und Männer wollen beides: Beruf und Kinder.

 

Karriereknick und Teilzeitfalle

Frauen arbeiten viel öfter Teilzeit und haben seltener Führungspositionen inne – das ist durch Studien mehrfach belegt. Der Karriereknick beginnt für die meisten Frauen nach der Karenz – unabhängig davon, in welchem Alter und aus welcher beruflichen Position heraus sie in Babypause gehen. Familienbedingte Unterbrechungen – sei es nun Karenz oder Pflege – fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen oder solche mit ungeeigneten Öffnungszeiten, drängen viele Frauen in Teilzeitbeschäftigung oder prekäre Arbeitsverhältnisse. Nur mehr knapp die Hälfte der Oberösterreicherinnen ging 2013 einer Vollbeschäftigung nach.

 

Kinderbetreuung wird oft nicht in der Form angeboten, dass sie mit der Berufstätigkeit der Eltern kompatibel ist. Aufgaben wie Kinderbetreuung oder Pflege der Eltern werden in die Familie verlagert, wo sie an den Frauen hängen bleiben. Das ist unbezahlte Arbeit, die das System stützt, aber keinen sichtbaren Profit bringt und gesellschaftlich weniger anerkannt wird.
Unbezahlte Arbeit ist überwiegend weiblich: Nach wie vor leisten Frauen 31 Stunden unbezahlte Arbeit, Männer 19.

 

Daten und Fakten zum Thema Beschäftigung

Im März waren 16.997 Frauen arbeitslos, das ist eine Veränderung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres von +9,2 Prozent.

Der Einkommensunterschied beträgt aktuell, wenn man nur die Vollzeitbeschäftigten betrachtet, 27% (ohne Teilzeit). Nur in Vorarlberg ist er noch höher.

Zwei Drittel der Arbeitnehmerinnen in OÖ kommen kaum mit ihrem Einkommen aus. Mit ein Grund dafür ist auch, dass in frauenspezifischen Branchen (Handel, Sozial- und Pflegeberufe, Dienstleistungsbereich) von Haus aus schlechter bezahlt wird.
(Quelle: AKOÖ – Frauenmonitor 2014)

Auf europäischer Ebene sieht es für Österreich auch nicht besser aus – hier wird der sogenannte Gender Pay Gap besonders deutlich: Österreich liegt bei den 28 EU-Mitgliedsstaaten an vorletzter Stelle – nur in Estland verdienen Frauen noch weniger.
(Quelle: Jahoda-Bauer-Institut)

 

Daher erneuert Sabine Promberger die Forderungen der SP Frauen OÖ

– Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit!
– 1500 Euro Mindestlohn
– Auftragsvergabe an die Gleichstellung koppeln – Aufträge der öffentlichen Hand nur an Betriebe vergeben, die sich zu betrieblichen Gleichstellungsmaßnahmen verpflichten (Antrag des SPÖ Klubs im Landtag 2010 – UA lief seit 2011 mit wenig Erfolg aufgrund der ÖVP-Blockade Politik – mehrheitlich abgelehnt im Februar 2013)
– Weiterentwicklung von Einkommensberichten (wie z.B. Sanktionen bei Verstößen gegen die Einkommenstransparenz)
– Kollektivverträge für alle Branchen (z.B. Kanzleikräfte)
– Recht auf Wechsel zwischen Teil- und Vollzeitjob innerhalb eines Betriebes
– Möglichkeit zur lebensphasenorientierten Arbeitszeitgestaltung

 

Bildung top – Gleichstellung flop!

Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hat kurz vor dem Frauentag einen neuen „Gleichstellungsindex Arbeitsmarkt“ präsentiert, den es im Auftrag des AMS entwickelt hat. Dieser zeigt anhand von 30 Indikatoren, wie es um die Gleichstellung der Geschlechter bei Arbeit und Einkommen sowie an den „Schnittstellen zum Arbeitsmarkt“ – Bildung und Familie – bestellt ist. Dargestellt wird der Index so, dass der jeweilige Indexwert für Männer mit hundert angesetzt und der Wert für Frauen in Prozent davon angegeben wird.

 

An der Schnittstelle Familie und Arbeitsmarkt sind die Ungleichheiten am größten: Österreichweit erreichen Frauen hier nur einen Indexwert von 40, in Oberösterreich 37. Beim Gleichstellungspotenzial Arbeit liegt Oberösterreich mit einem Wert 76 und beim Einkommen mit einem Wert von 63 jeweils an vorletzter Stelle im Bundesländervergleich.
Interessant ist in der Wifo-Studie auch, dass Frauen bei der Bildung die Nase vorn haben – mit einem Wert von über 100 in allen Bundesländern (OÖ 120).

 

Ungehörtes sichtbar machen

Mit dem Projekt „Unerhört“ wollen die SP Frauen OÖ Ungehörtes sichtbar machen und das Thema Gleichberechtigung wieder stärker auf die politische Tagesordnung bringen.

 

Vor allem Frauen in prekären Lebenslagen dürfen nicht in die Rolle von Bittstellerinnen gedrängt werden. Bei Unterstützung geht es nicht um Almosen, sondern um Rechte geht, die gesichert sein müssen! „Es ist wichtig, dass Frauen sich gegenseitig den Rücken stärken, Netzwerke bilden, in Bündnissen arbeiten und diese inhaltlichen Ziele in Parteien und Gewerkschaften mit Nachdruck vertreten. Dabei stehen wir klar an der Seite der Frauen! “, so Promberger.

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